Samstag, 11. Oktober 2008

Amtsmissbrauch und Niedergang


Wenn Sie dachten, Sarah Palin wäre wenigstens kein weiterer Cheney, könnten sie daneben gelegen haben.

Der Vorwurf des Amtsmissbrauches ist nur ein weiteres Anzeichen dafür, wie diese Vizepräsidentschaftskandidatur, die sich mehr und mehr als eine einzige Farce zeigt, in sich zusammenstürzt. Eine Kandidatin, die sich keinen Pressekonferenzen stellt, der in x-facher Hinsicht ein Clinton-haftes Verhältnis zur Wahrheit in so kurzer Zeit nachgewiesen werden kann, steht nicht für das Amerika, das ich kenne oder zumindest mal kannte.

Ich wußte in den ersten Tagen nach der Nominierung nicht und konnte auch nicht wissen, was genau von Sarah Palin zu halten ist. Mittlerweile muß ich meine anfängliche Sicht, die Nominierung könnte ein zwar risikoreicher, aber dennoch cleverer Schachzug sein, zurücknehmen. Diese Nominierung ist eine Beleidigung.
McCain hat keine Chance mehr auf den Wahlsieg und glaubt möglichwerweise selbst nicht mehr an den Erfolg. Die Chancen der GOP bei den Kongreßwahlen sinken ebenso täglich. Es ist vorstellbar, dass die Demokraten im Senat auf bis zu 60 Sitze kommen könnten (das wäre eine qualifizierende Mehrheit). Die Republikanische Ära endet. "Wir" sollten daher langsam die Debatte beginnen, was aus der GOP nach der Niederlage werden wird. Wie wird und wie sollte sich der amerikanische Konservatismus entwickeln?
Weitere Links zum Thema:
Florian Heinhold zu "Troopergate": Abuse of Power
Andrew Sullivan: Abuse of Power
Matt Yglesias wußte es schon vorher: Alaska Inquiry Concludes Palin Abused Powers
(bin ich eigentlich der einzige, dem die ganzen "Gates" - ich meine die Bezeichnung, nicht die Skandale selbst - auf die Nerven gehen?)

1 Kommentar:

Bruce hat gesagt…

Schau mal an.
Wenn man keine rosarote Brille aufsetzt benötigt man für diesen Prozess keine Wochen sondern Stunden.
McCain trotz all des Ausmaßes an Ungeschicklichkeiten abzuschreiben - nee, nee - dazu ist der Durchschnittsamerikaner wahrlich zu unberechenbar.

Irgendwie muß es letztendlich doch an der Partei und der Einstellung liegen, dass sie öfters durch und durch misserable Akteure hervorbringt. Aber das soll nur eine persönliche Ansicht sein.

Wohin entwickeln?
Diese Akteure werden es wiederum beeinflussen. Man könnte ja einfach mal wieder einen guten Schauspieler nehmen, der zufällig als passabler Politiker durchgeht - und die richtige Richtung vorgibt.

 
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