Sonntag, 15. Juni 2008

Nach der Rückkehr aus dem Krieg

Zettels Raum über einen alten Text von John McCain, der zeigt, wie aus prägenden Lebenserfahrungen frühe politische Motive wurden.

A poem for Father´s Day

Delightful and loving,
Loved and admired,
Dad, you're my hero,
My life you've inspired.
And when all my blessings
Are counted each day,
I thank God in heaven
For Dad when I pray.
Dad thanks for your presence
Throughout thick and thin;
You're more than a parent,You're my wonderful friend.
By Ken Brown

Citylauf Viernheim

Gestern lief ich in zu meiner eigenen positiven Überraschung etwas über 47 Minuten (offizielle Zeit wird erst noch online gestellt) den 11. Viernheimer Brundtland Citylauf. Seit 2003 nahm ich an diesem Lauf jedes Jahr teil. Mein treuer Freund hat mich bisher noch jedes Jahr begleitet und fotografiert und berichtet bspw. vom letztjährigen Lauf an dieser Stelle.

Das Wetter war wie in den meisten Jahren regnerisch, die Teilnehmerzahl dürfte dank EM weitaus geringer gewesen sein als sonst, Läuferinnen wurden kaum gesichtet.

Mein Dank gilt den Organisatoren. Bis in einem Jahr!

Samstag, 14. Juni 2008

Tim Russert (1950-2008)


"Meet the Press" war für mich jeden Sonntag morgen ein absolutes Muß bei jedem meiner USA-Aufenthalte der letzten Jahre.


Tim Russert war sympathisch, präzise, unnachgiebig, nicht so schrill wie Larry King, nicht so farblos wie Jim Lehrer.

Er ist am Freitag an einem Herzinfarkt gestorben. Ich werde ihn vermissen.

Rest in Peace

Supreme Court - Bush 2:0

Die Bush-Administration unterlag am Donnerstag zum zweiten Mal dem Obersten Gericht in der Sache Guantanamo.

Der wichtigste Satz aus der Entscheidung:

"The laws and Constitution are designed to survive, and remain in force, in
extraordinary times."

Damit ist die Bush-Cheney-Attacke auf die Herrschaft des Rechts durch den Versuch der Schaffung rechtsfreier Räume in "ungewöhnlichen Zeiten" klar gescheitert. Und das beweist vor allem eins: Das System funktioniert.

Freitag, 13. Juni 2008

Das Ende der Clintons

Über den Abgang der Clintons von der politischen Bühne und der Rede der Senatorin zur Beendigung ihres Wahlkampfes habe ich bisher noch nichts geschrieben. Zum einen, weil die Zeit dazu fehlte. Zum anderen, weil ich mich noch an die Zeit nach den Clintons gewöhnen muß.

Noch im März hatte ich bemerkt, daß ich mir eine Ansprache, in der sie Barack Obama ihre Unterstützung zusagen und ihre Niederlage eingestehen würde, beim besten Willen nicht vorstellen könne. Sie hat am vergangenen Samstag alles Notwendige gesagt, wie schwer es ihr auch immer gefallen sein mag. Davor Respekt.
Bemerkenswert bleibt, dass nun eine ganze Reihe der Politikbeobachter, die in den 90er Jahren noch an die Mär vom erfolgreichen und "netten" Präsidenten William Jefferson Clinton glaubten, dank der Kampagne dieses Duos erkannt haben, welcher Psycho 1993 bis 2001 die USA regiert hat. Christopher Hitchens ist durch diesen Umstand noch mehr angetan als ich.

Nach 16 Jahren Clinton-Bush stehen die USA nun vor einer Wahl, die eine neue Zeit verspricht: Mit John McCain und Barack Obama sind den Wählern die mit Abstand besten Kandidaten seit langer Zeit geboten. Die Nominierungen beweisen vor allem eins: Die US-amerikanische Demokratie funktioniert. Das System korrigiert sich selbst.

Donnerstag, 12. Juni 2008

Die USA den Deutschen

Grabenheinrich über die Psychopathologie deutscher Befangenheiten.

Sollte Obama gewählt werden, dürfte er zumindest bei den Deutschen erstmal Narrenfreiheit haben. Solange die Erinnerung noch frisch ist, gibt es für jeden Fehler sofort einen Sündenbock.

Dienstag, 10. Juni 2008

Lieblingsfeindbild tritt ab

Zum letzten Deutschlandbesuch von Bush 43 schreibt Richard Herzinger über die verzerrte Wahrnehmung dieses Mannes in den letzten 8 Jahren und spricht dabei ein paar schlichte Wahrheiten aus.
Paul13 nutzt die Gelegenheit und nennt George W. Bush nochmal "einen der besten Präsidenten der US-Geschichte".

Bis es zu einer unaufgeregten und zumindest annäherungsweise sachlichen Betrachtung seiner beiden Amtszeiten kommen wird, dürften noch einige Jahre vergehen. Ich kann gegenwärtig nicht sehen, wo er wesentlich besser oder schlechter sein soll als die meisten seiner Amtsvorgänger. viel wird auch auf diesem Blog noch darüber geschrieben werden.

Sicher ist immerhin schon mal, daß die Europäer ihren charismatischen und chancenreichen US-Kandidaten (Obama) auch Bush und dessen Wiederwahl 2004 verdanken.

Montag, 9. Juni 2008

Patzer

Hans Leyendecker fragt den renitenten CDU-Politiker Friedbert Pflüger in Bezug auf dessen "Aus"-Forderung für Anne Will, ob es nicht auch ein bißchen kleiner ginge.

Ja, wir alle sind nicht frei von Fehlern. Wer sich an Leyendeckers Enthüllungsstory über Bad Kleinen 1993 erinnert, sein 2004 erschienenes Buch über die "Lügen des Weißen Hauses" gelesen hat und mal genau auf die Orthographie in seinem neuen Artikel achtet, weiß, daß im Leben des recherchefleißigen Investigativjournalisten kaum ein Tag ohne Patzer vergeht.

Donnerstag, 5. Juni 2008

Zitat der Woche

Wenn es ein Land gibt, das seit über hundert Jahren vollständig spießerfrei ist, dann ist es Deutschland, was andersherum bedeutet: wenn Deutschland über sich selbst Auskunft gibt, dann im kollektiven Aufschrei gegen die Spießer.

-Justus Wertmüller
(Bahamas 55/2008, S.8)

Mittwoch, 4. Juni 2008

We´ve come a long way

Vor mehr als einem Jahr habe ich Freunden gesagt, daß ich glaube, Barack Obama werde 2008 Kandidat der Demokratischen Partei. Verständnisloses Kopfschütteln war überall die Antwort. Bei mir selbst war jedoch der Wunsch Vater des Gedankens, ich war mir, von den Medien entsprechend beeinflusst, sicher, daß die Clintons sich auf dem Weg in ihre dritte Amtszeit befänden. Doch seit der letzten Nacht ist sicher: ein junger Schwarzer hat über eine machthungrige Dynastie seiner Partei gesiegt.
Um es nochmal vorweg zu sagen: Ich stimme mit Barack Obama inhaltlich in den wenigsten Punkten überein und es steht außer Frage, wer mein Kandidat 2008 ist: John McCain. Auf der emotionalen Ebene hat die Obamania allerdings auch mich schon einige Zeit vor dem 3. Januar (Iowa) ergriffen. Barack Obama verkörpert für mich den Amerikanischen Traum heute wie nur wenige andere. Mit seiner Nominierung stehen wir jetzt in einem Präsidentschaftswahlkampf zwischen zwei so enormen Charakteren, wie sie die Amerikanische Politik jahrzehntelang nicht gesehen hat. John McCain und Barack Obama. Das ist das Amerika, das wir verloren glaubten und jetzt wiedergefunden haben. Sage nochmal einer, das sei nicht das Land der unbegrenzten Möglichkeiten.

Yes we can, yes we did and yes we do!

Dienstag, 3. Juni 2008

McCain - nur eine Amtszeit im Visier?


Die Gerüchte sind schon seit längerer Zeit im Umlauf, daß John McCain nur eine Amtszeit plant. Marc Ambinder berichtet, McCain habe im vergangenen Jahr dies bereits in einer Rede verkünden wollen, und habe sich kurz zuvor dagegen entschieden. Auf Red State spricht Ben Domenech sich für eine solche Ansage aus.


Wir erinnern uns vielleicht, daß McCain nach seiner Niederlage gegen Bush vor acht Jahren eine erneute Kandidatur für unwahrscheinlich hielt, da er 2008 bereits allmählich zu den "old soldiers" heimkehren könnte. Mittlerweile hat der Senator einen harten Vorwahlkampf gewonnen und hat einen Terminkalender, den die meisten 40-50-Jährigen nicht eine Woche durchstehen würden.


Auch wenn ich glaube, daß McCain im Falle seines Wahlsieges 2012 nicht wieder antreten würde, kann ich derzeit nicht sehen, wie ihm ein sogenannte "one-term pledge" langfristig helfen sollte. Dieser entscheidende Unterschied (zu Obama), der eben McCain erneut als nicht nur atypischen Republikaner, sondern eben als einen Politiker wie kein anderer ausweisen würde, würde ihm allenfalls für den Moment Auftrieb geben. Die Risiken sind zu hoch. Und außerdem: Auch ohne offizielle Ankündigung rechnet jeder mit nur vier Jahren McCain. Er sollte daher sich die Option einer zweiten Amtszeit mindestens bis zum Amtsantritt offenhalten.

Feith und McClellan

Hitch rezensiert das bereits Anfang April erschienene Buch von Doulas J. Feith War and Decision - Inside the Pentagon at the Dawn of the War on Terrorism. Nach Meinung des Lesers ist es um einiges fundierter als die Neuerscheinung von McClellan, auf das sich die Medien so begierig gestürzt haben, obwohl es für die Anti-"Kriegs"-Fraktion doch so ohne jeden Wert sei.

Feiths Buch hat demgegenüber bisher wenig Beachtung gefunden, ich bin selbst erst vergangene Woche im Zuge der Diskussion um McClellan darauf gestoßen. Feith erschien mir mir nie als Mann mit Wissen und Substanz, aber im Unterschied zu McClellan, der plötzlich beim Blick zurück entdeckt, was er vor Ort nicht sehen konnte, stand Feith auf der Seite der Entscheider. Sein Buch steht auf meiner Liste nun ganz oben.

Nochmals der Verweis an dieser Stelle: Wer von den Lesern des Blogs noch nicht George Packers Assassins Gate von 2005 gelesen hat, tue sich endlich den Gefallen.

Montag, 2. Juni 2008

Neues von den Bahamas

Die Redaktion der Zeitschrift Bahamas reagiert auf ein linkes Veteranentreffen im Hamburger Polittbüro. Aus dem Editorial der neuen Ausgabe:

Was macht man aber gegen Spalter? Ditfurth schlägt vor, aus den „massenhaften Fehlern“ früherer Jahre zu lernen und statt „ein Bußverhalten einzuüben, […] daraus klüger zu werden für kommende Kämpfe.“ Und die antideut­sche Perversion, was machen wir mit der? „Dazu gehört, eine Grenze zu ziehen zu dieser Sorte neuer Reaktionäre, von denen der Uli Krug ja nur eine Randfigur ist. Ich hätte heute Abend gerne ein bisschen über die sogenannte Gewaltfrage diskutiert, schade.“ Für eine Anekdote aus dem Jahr 1988 hat die Zeit dann doch noch gereicht: „Die beiden alten Leute sitzen in einem Zimmer und streiten über Gewalt: ,Also ich glaube‘, sagt Karola Bloch, dass man ganz ohne Gewalt bestimmt nicht auskommt.‘ Sie sitzt da ganz nonchalant, raucht Kette. ‚Selbstverständlich bin ich für Gewalt, nicht nur gegen Sachen, sondern gegen solche Menschen, die dem Fortschritt schaden. Da habe ich gar keine Skrupel.‘ Fährt die 83jährige Jüdin und Kommunistin fort und sagt in ihrer wunderschönen Sprache: ‚Da bin ich zu sehr als Revolutionärin aufgewachsen.’“ Wenn die alte Stalinistin erzählt, dann tritt das virtuelle Erschießungskommando gegen Volksfeinde und Diversanten an, und das spalterische Übel wird ein für allemal ausgemerzt. Wenn es die ewig junge und selbstverständlich nichtrauchende Radikalökologin kolportiert, wird Ketterauchen zum Ausweis unbeugsamen Charakters und wandelt sich seniles Geschwätz in wunderschöne Sprache. Wie nützlich auch, dass die als Volkskommissarin gegen Randfiguren wie Uli Krug ins Feld geführte „Kommunistin“ auch noch Jüdin war, man kann es gar nicht genug betonen.

Meine eigene Reaktion auf das Treffen findet sich hier.

Sonntag, 1. Juni 2008

Clinton-Fans für McCain

Diese alte Dame brachte gestern die Gedanken sämtlicher Clinton-Unterstützerinnen auf den Punkt.
Wenn es nicht so traurig wäre, würde ich ja gerne drüber lachen.

 
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