Dienstag, 30. September 2008
Zitat des Tages
-Brad DeLong
...nachdem die Republikaner nach eigenem Bekunden gestern den Rettungsplan haben scheitern lassen, weil Frau Pelosi ihre Gefühle verletzt hatte. Das ist die GOP von heute.
Nach Beck endlich auch Huber
Seehofer hätten sie auch vor einem Jahr schon haben können.
Sonntag, 28. September 2008
Haile Gebrselassie
Ich selbst werde heute in einer Woche in Köln wieder an den Start gehen.
"Seit es in Bayern Wahlen gibt"
-Frank Walter Steinmeier
Ich wiederhole: Die SPD hat ihr schlechtestes Ergebnis seit es in Bayern Wahlen gibt."
-Roland Pofalla
Die Bürgerlichen und die immer gewinnende SPD
Maget und Stiegler fahren das historisch schlechteste Ergebnis in Bayern ein, reden aber nur über die CSU, durften sie es doch einmal erleben, daß diese Partei eine Landtagswahl einmal nicht gewinnt.
Pofalla sagt in einer Ansprache in jedem Satz dreimal "bürgerlich". "Das bürgerliche Lager" hat über 60%. Zum Einstieg einer jeden Antwort kommt man dann zwar nicht umhin, kurz eine Niederlage einzuräumen, bei er es "nichts zu beschönigen gebe". "Nichts zu beschönigen, aber..."
Beschönigen können wir es dann eben doch, denn die Opposition hat ja nichts erreicht, die "Bürgerlichen" haben doch nach wie vor die Mehrheit.
Samstag, 27. September 2008
Blogger-Reaktionen TV-Duell
This is the first exchange on national security in a presidential debate where the Democrat out-hawked, in a responsible way, the Republican...
Obama's best ever debate performance. McCain was fine, but it's wrong for him to attack his opponent at the end. And then he gave a slightly rambling defense of his experience. I give Obama an A - and I give McCain a B.
Marc Ambinder:
No memorable moments. Fascinating body language.
No major gaffes by either candidates.
No major surprises
Ezra Klein:
I'm finding this hard to evaluate. In 2004, Kerry smoked Bush. This year, they're pretty evenly matched. McCain is more mawkish and somber. Obama is more commanding and informed. But these aren't speeches, where there are running themes or interlaced talking points. It's actually a discussion. An exchange. If you wanted to vote for either guy, you're probably confirmed in your opinion. If you're undecided, both seem fairly convincing.
Zettels Raum:
McCain war vor allem intellektuell präsenter als Obama. Er hatte die Fakten parat, ging auf Einzelheiten ein, wies auf Zusammehänge und historische Parallelen hin. Kaum etwas davon bei Obama. Er blieb fast durchweg auf der Ebene allgemeiner Aussagen.
Freitag, 26. September 2008
Clintons einzige Hoffnung: McCain
Das ist wenig überraschend. Die Clintons hoffen durch und durch auf McCains Sieg.
Der Terror des Stefan Aust
Donnerstag, 25. September 2008
Left-wing administration
"We do not support government bailouts of private institutions. Government interference in the markets exacerbates problems in the marketplace and causes the free market to take longer to correct itself,"
Republican Party Platform, 2008
Sonntag, 21. September 2008
Meinsch, in Texas wähle se en Farbige?
Denn der nicht-schwarze (d.h. für den Klemmdeutschen in dem Fall: weiße) Durchschnittsami hält die Schwarzen für "faul, gewalttätig und weinerlich", wie uns SPON in seinem obligatorisch antiamerikanischen Wort zum Sonntag wissen läßt:
Faul, gewalttätig und weinerlich - viele Amerikaner hegen Analysen von Meinungsforschern zufolge noch immer tief verwurzelte Vorurteile gegen Schwarze. Der latente Rassismus könnte Barack Obama im Rennen ums Weiße Haus zum Verhängnis werden - denn er findet sich auch unter den eigenen Parteianhängern.
Das stimmt, allerdings finden sich, wie die Umfragen zeigen, diese Vorurteile nicht auch, sondern gerade unter den eigenen Parteianhängern.
(...)Doch es geht im Endspurt um das Weiße Haus nicht nur um harte Fakten und klare Strategien. Über allem schwebt viel subtiler, aber womöglich nicht weniger wahlentscheidend die R-Frage, über die offen viele nicht so recht sprechen wollen: "Race", die Rasse, spielt für die Amerikaner auch 145 Jahre nach der offiziellen Abschaffung der Sklaverei eine wichtige Rolle - wenn es sich auch nicht jeder eingestehen will.
Was kümmert sich der Ami auch um harte Fakten? Und über die R-Frage wird in den US-Medien wie auch in der Bevölkerung laufend diskutiert, aber die Amis halten sich ja bekanntlich für unfehlbar. Nicht jeder Rassist will sich also eingestehen, daß er ein Rassist ist und daß Rassismus die Wahl entscheiden könnte.
(..)40 Prozent aller US-Amerikaner haben demnach nach wie vor tief verwurzelte Vorbehalte gegen Schwarze(..)
Wie die Tiefe der Verwurzelung von Vorurteilen in solchen Umfragen berechnet wird, würde mich interessieren.
Zwar betonen die Meinungsforscher, dass Obamas Hautfarbe nicht der wichtigste Grund für die Skepsis der Demokraten ist. Hier spielen vor allem Zweifel an seiner Kompetenz und Glaubwürdigkeit eine Rolle. Sie weisen aber auch darauf hin, dass die rassistisch begründeten Vorurteile offensichtlich und bedeutend sind. Statistischen Berechnungen zufolge läge die Zustimmungsrate für Obama sechs Prozent höher, wenn diese Vorurteile nicht bestünde
Und um wieviel höher wäre dann die Zustimmungsrate, wenn die Zweifel an seiner Glaubwürdigkeit und kompetenz nicht bestünden.
Die Umfrage kommt zu dem Ergebnis, dass 20 Prozent aller weißen Amerikaner ihre schwarzen Mitbürger als "gewalttätig" einschätzen. 22 Prozent stimmten dem Attribut "überheblich" zu, 29 Prozent finden sie "weinerlich", 13 Prozent "faul" und 11 Prozent "verantwortungslos". Wurde nach der Zustimmung für positive Eigenschaften gefragt, hätten sich die Befragten deutlich mehr zurückgehalten, heißt es
Das ist zwar traurig und jede rassistische Antwort dieser Umfragen eine zuviel und soll auch hier nicht verharmlost werden. Aber sehr beeindruckend finde ich diese Zahlen gemessen an dem, wie der Artikel begonnen wird, nicht gerade.
Unter den weißen Demokraten machte sich ein Drittel eine negative Einschätzung schwarzer Amerikaner zu eigen. Von diesen erklärten 58 Prozent, sie würden Obama unterstützen.
Sage ich doch (siehe oben)
So ist der Befragte möglicherweise nicht ehrlich, weil er weiß, dass offener Rassismus gesellschaftlich geächtet ist. Andere gestehen sich ihren Rassismus selbst gar nicht erst ein.
Ah, offener Rassismus ist in den USA geächtet? Interessant. Ich bin übrigens immer davon ausgegangen, daß Antisemitismus in Deutschland mindestens so geächtet ist, wie in den USA Rassismus. Trotzdem bekennen sich in den Umfragen hier offen weit mehr als ein Drittel dazu. Hat mit dem Thema nix zu tun, ich weiß, außerdem wird Antisemitismus hier bei Wahlen eh nie eine Rolle spielen, wenn die FDP in Westfalen nicht gerade wieder "israelkritische" Flugblätter verteilt.
Nach der gewonnen Nominierung von Barack Obama war ich mit Bundesbrüdern in einer Kneipe im Nordschwarzwald und hörte einen der Einheimischen an der Theke fragen: "Der gewinnt nie. Meinsch, in Texas wähle se en Farbige?" Mal abgesehen davon, daß texas wohl aus anderen Gruünden tatsächlich kein blue state werden wird: Gibt es zu solchen Vorurteilen auch Umfragen?
Freitag, 19. September 2008
"Indignation"
blogger.com spinnt
The end of greenspanomics
Nachdem Marx als "großer Krisenprophet" gebasht und Schumpeter als der eigentlich treffende Theoretiker hervorgehoben wird, wendet er sich im Hinblick der aktuellen Finanzmarktkrise und des in der Nacht zum Freitag von Paulson und Bernanke bekanntgegebenen Rettungsplanes Hayek zu, der vor einem solchen Ausmaß an Regulierung gewarnt hätte:
In jeder Krise mischen sich somit Markt- und Staatsversagen. Die derzeitige Krise war einerseits getrieben von der Gier der Banken, die komplexe Finanzprodukte entwickelten, die sie selbst nicht mehr verstehen und beherrschen konnten. Hinzu kam jedoch eine große Portion staatlicher Fehlanreize, etwa die billigen Leitzinsen nach 2001.
Erst sie ermöglichten die massenhafte Kreditaufnahme und die immer größeren Hebel für Finanzinvestments. Das Eingreifen der amerikanischen Notenbank Fed 1998 in der LTCM-Krise schuf zudem einen gefährlichen Präzedenzfall, da risikobereite Banker im Zweifelsfall auf staatliche Hilfe hoffen konnten. Und der Häuseraufschwung in Amerika war auch politisch gewollt; Eigenheime für jeden waren die Aufgabe der staatlich geförderten Hypothekenkonzerne Fannie Mae und Freddie Mac.
Nun brechen die Banken reihenweise zusammen. Die Regierung in Washington ist dabei, die halbe Bankenwelt praktisch zu verstaatlichen. Künftige Finanzinnovationen werden schärfer reguliert werden. Doch wird damit der Wettbewerb als Entdeckungsverfahren in einer Weise gezügelt, deren Kosten den Nutzen möglicherweise übersteigen (davor hätte Hayek gewarnt). Noch hat der Kapitalismus sich aus jeder seiner Krisen selbst befreien können, staatliche Eingriffe waren oft eher schädlich.
Nationalromantische Geschichtsentsorgung
Gespannt bin ich trotz Heinrich Breloers Zweiteiler Todesspiel von 1997, trotz Volker Schlöndorffs fürchterlichem Schinken Die Stille nach dem Schuss (in dem immerhin Martin Wuttke mitspielt) von 2000 und trotz des furchtbaren Baader mit Frank Giering in der Hauptrolle von 2002.
Jan Schulz-Olaja , der im Unterschied zu mir den Film bereits anschauen durfte, hat im Tagesspiegel zur Filmwerbung des Nationalromantikers Schirrmacher gesagt, was zu sagen ist, und bestätigt meine Vorahnung.
Der Baader-Meinhof-Komplex dürfte jedenfalls die letzte filmische RAF-Inszenierung sein. Und gleichzeitig der Spielfilm, der dafür defintiv Sorge tragen wird, dass meine Generation und insbesondere die noch Jüngeren dieses Thema nie werden richtig einordnen können.
Mittwoch, 17. September 2008
Obama im Kampf gegen den Terror
Sen. Barack Obama has, if anything, been the more militant of the two presidential candidates in stressing the danger here and the need to act without too much sentiment about our so-called Islamabad ally. He began using this rhetoric when it was much simpler to counterpose the "good" war in Afghanistan with the "bad" one in Iraq. Never mind that now; he is committed in advance to a serious projection of American power into the heartland of our deadliest enemy. And that, I think, is another reason why so many people are reluctant to employ truthful descriptions for the emerging Afghan-Pakistan confrontation: American liberals can't quite face the fact that if their man does win in November, and if he has meant a single serious word he's ever said, it means more war, and more bitter and protracted war at that—not less.