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Sonntag, 10. Januar 2010

Bill Clintons Rassismus

In dem neuen Buch Game Change über den US-amerikanischen Präsidentschaftswahlkampf 2008 enthüllen John Heilemann und Mark Halperin, was Bill Clinton zu Ted Kennedy, der später seine Unterstützung für Barack Obama während der Vorwahlen bekanntgab, Kennedys Erinnerungen zufolge gesagt haben soll:

"Noch vor wenigen Jahren hätte dieser Typ uns den Kaffee gebracht."

Das wäre freilich nicht die einzige rassistische Bemerkung des ehemaligen US-Präsidenten aus dem amerikanischen Vorwahlkampf.

Und sie fügt sich in eine Reihe von weiteren Kommentaren demokratischer Politiker. Erst vor zwei Tagen mußte Senator Harry Reid sich entschuldigen, der vor der Wahl geschrieben hatte, Obama werde möglicherweise der erste afro-amerikanische Präsident, weil er hellbraun sei und über keinen "Negerdialekt" verfüge.

Rassismus ist Alltag in der von den Europäern bevorzugten amerikanischen Partei.

Mittwoch, 17. Dezember 2008

Caroline Kennedy

..soll den Senatssitz von Hillary Clinton uebernehmen. Mir erscheint das als bereits seit einigen Wochen beschlossene Sache. Warum sonst sollte Hillary Clinton sie jetzt in Schutz nehmen und sich fuer sie aussprechen? Kennedy hatte in den Vorwahlen Barack Obama unterstuetzt.

Sorry, State of New York.

Donnerstag, 20. November 2008

Eric Holder

..ist Barack Obamas bisher dümmste Personalentscheidung. Sie ist genauso töricht wie die Berufung von John Ashcroft durch George W. Bush vor acht Jahren.

Holder mag ein kompetenter Mann sein, aber seine Rolle bei der Begnadigung von Marc Rich durch Präsident William Jefferson Clinton im Januar 2001, die der krönende Abschluß dieser Präsidentschaft war, bietet den Republikanern Angriffsfläche, verwirrt nicht wenige Unabhängige, und dies nicht zu Unrecht. Ausgerechnet der soll nach "acht skandalträchtigen Jahren" die unzähligen Mitarbeiter dieses Riesenministeriums neu motivieren? You gotta be fucking kidding me...

Zu den anderen: Tom Daschle als Gesundheitsminister ist für die Linksdemokraten ein voller Erfolg und war wenig überraschend. Janet Napolitano ist eine auch aus meiner Sicht exzellente auswahl.

Dienstag, 11. November 2008

Die Neudefinition der Demokratischen Partei

George Packer mit einem Essay zur neuen Ära:

Barack Obama’s decisive defeat of John McCain is the most important victory
of a Democratic candidate since 1932. It brings to a close another conservative
era, one that rose amid the ashes of the New Deal coalition in the late sixties,
consolidated its power with the election of Ronald Reagan, in 1980, and
immolated itself during the Presidency of George W. Bush. Obama will enter the
White House at a moment of economic crisis worse than anything the nation has
seen since the Great Depression; the old assumptions of free-market
fundamentalism have, like a charlatan’s incantations, failed to work, and the
need for some “new machinery” is painfully obvious. But what philosophy of
government will characterize it?
The answer was given three days before the
election by a soldier and memoirist of the Reagan revolution, Peggy Noonan, who
wrote in the Wall Street Journal, “Something new is happening in America. It is
the imminent arrival of a new liberal moment.”

Lest den ganzen Text!

Freitag, 26. September 2008

Clintons einzige Hoffnung: McCain

Bill Clinton macht mittlerweile recht offen Wahlkampf für John McCain.

Das ist wenig überraschend. Die Clintons hoffen durch und durch auf McCains Sieg.

Freitag, 22. August 2008

Biden?

Heute entscheidet Obama sich in der VP-Frage. Ich will nach meiner erfolglosen Webb-Wette es noch ein letztes Mal versuchen: Joe Biden.

Ich schwankte heute morgen noch zwischen Sebelius und Biden, aber ich lege mich jetzt fest: Biden! Oder?

Samstag, 16. August 2008

Howard Dean setzt auf "Rasse"


Wer glaubte, daß die Republikanische Partei im Wahlkampf verstärkt die "race card" spielen werde, darf sich widerlegt sehen. Rassismus spielt seit Beginn des Jahres vornehmlich im Wahlkampf der Partei von Barack Obama eine Rolle.

Howard Dean, Chairman des Democratic National Committee und so etwas wie der Oskar Lafontaine aus Vermont, bezeichnete nun die GOP als "weiße" Partei. Minoritäten hätten bei den Dems weitaus bessere Chancen.
Mag ja sein, daß die in erster Linie älteren weißen Herren, die für die Partei von Lincoln und Reagan kandidieren, einen Eindruck erwecken, der Dean zunächst bestätigt. Ein paar Fragen muß er sich dann aber doch gefallen lassen.

Dienstag, 8. Juli 2008

Jim Webb nicht

OK, ich habe meine Wette verloren.

Sonntag, 29. Juni 2008

Clinton: "Obama soll mich am Arsch lecken"

Nach einem Bericht des Telegraph soll Bill Clinton, der noch immer über die Niederlage seiner Ehefrau entrüstet sei, gesagt haben, Barack Obama könne seinen "Arsch lecken", wenn er ihn doch noch unterstützen solle.

Obama werde in den nächsten Tagen mit dem Ex-Präsidenten sprechen aber Bill Clintons Rolle im weiteren Wahlkampf sei ein "Knackpunkt" in den Verhandlungen mit dem Team von Hillary Clinton. Nach Auskunft eines weiteren Informanten habe Clinton sich bisher weiterhin auf Distanz gehalten, weil er immernoch nicht daran glaube, daß Obama die Präsidentschaftswahl im November gewinnen könne.

Die Selbstverliebtheit dieses Mannes ist hinreichend bekannt. Allerdings ist zu bezweifeln, daß Obama den 42. (eigentlich 41.) US-Präsidenten im Wahlkampf überhaupt brauchen wird.

Mittwoch, 14. Mai 2008

Hillaryland

Von einigen Flecken der USA werden doch immer wieder ernüchternde Signale gegeben. Annäherungsweise ein Viertel der Clinton-Wähler in West Virginia hat "Rasse" als einen für die Wahlentscheidung ausschlaggebenden Faktor genannt. Ein Viertel! Mehr als in Indiana oder Pennsylvania. Dieses Viertel beschränkt sich freilich auf die bei einer Befragung Offenen und Ehrlichen.

Das Ergebnis von gestern führt erneut vor Augen, wie die Propaganda funktioniert: Auf dem Niveau eines Stefan Herre den Kandidaten Barack Obama nie ohne Nennung seines zweiten Vornamens als Islamisten, Terroristen, verkappten Kommunisten und anti-weißen Rassisten vorzustellen, zieht auch und vielleicht gerade bei den durchschnittlichen Anhängern der Demokratischen Partei.
Während die Presse in Deutschland es den amerikanschen Kollegen gleichtut und sich von den Vorwahlen in West Virginia unbeeindruckt zeigt, indem sie der Nachricht allenfalls sekundäre Bedeutung zubilligt und in keiner Schlagzeile die denkbar knappen Chancen Clintons auf die Nominierung unerwähnt lässt, zerbrechen sich pikanterweise Blogger wie Florian Heinhold den Kopf darüber, was alles passieren könnte, das doch noch zu einem Erfolg der Kandidatin führte. Sie sei ganz klar der Stärkste in diesem Rennen, beschränke sich außerdem darauf, ebendies deutlich zu machen, und nicht etwa noch auf Obama einzuschießen. Hillaryland, das sind wahrhaftig nicht nur irgendwelche alt gewordenen Feministinnen.

Wobei auch ich, wenigstens einmal kann ich ja hier etwas Positives über Hillary Clinton sagen, Durchhaltevermögen und Kampfeswillen dieser Frau bewundere.

Daß Obama im Unterschied zu Clinton West Virginia nicht gegen McCain gewinnen kann, ist klar. Aber was heißt das schon im Hinblick auf den 4. November? Obama wird auch Florida nicht gewinnen und es in Ohio auf jeden Fall schwer haben, aber die absoluten Zahlen für Obama in sämtlichen red states haben seit Jahresbeginn gezeigt: Mancher Staat ist GOP keineswegs mehr sicher. Im Übrigen lässt sich beispielsweise an dem gestrigen Sieg des Demokraten Travis Childers in Mississippi in einem ur-republikanischen Wahlbezirk ablesen: Der Boden der GOP erodiert.

Es wäre zweifelsohne ein Fehler, Clinton als Vizepräsidentschaftskandidatin ins Boot zu holen, wie Dick Morris treffend ausführt. Damit würde Obama den ihm zugefügten Schaden verewigen.

Mir fällt es unter den gegebenen Umständen schwer, gegen Obama Stellung zu beziehen.

Mittwoch, 26. März 2008

Hoffnungslosigkeit wagen

Auch Kevin Drum wünscht sich jetzt den Rückzug der Clintons. Um ein wenigstens einigermaßen intaktes Bild des Politduos bei vielen ihrer Wähler zu erhalten, wäre es wirklich allerhöchste Zeit. Ihren Wahlkampf, den kein republikanischer Kandidat an Invektiven und substanzlosen Vorwürfen überbieten könnte, empfinden immer mehr Clinton-Anhänger als im günstigsten Fall enttäuschend.
Jüngstes Beispiel ist die Enttarnung von Tony McPeak als "Antisemiten", mit der Obama ein "Jüdisches Problem" attestiert wurde. Richtig ist: Barack Obama sammelt in seinem Team auffällig viele besonders ambitionierte "Israelkritiker", die einen übermäßigen Einfluß der "jüdischen Lobby" auf die Außen- und Sicherheitspolitik der Vereinigten Staaten halluzinieren. Zu ihnen gehört Tony McPeak. Daraus jedoch ein "Jüdisches Problem" (ausgerechnet durch die Clintons auf Basis einer Veröffentlichung des "American Spectators") herzuleiten, hat fürwahr nichts mit einer ernsthaften Sorge um antisemitische Gedanken innerhalb der politischen Klasse zu tun, und ist mindestens so niederträchtig wie die Unterstellung William Jefferson Clintons, Obama würde sein Land nicht lieben.
Konnte man noch vor wenigen Wochen darauf hoffen, ein Kandidat Obama würde die Seele seiner Partei repararieren, ihre Inhalte reformieren und ihr eine kraftvolle Stimme zurückgeben, so müssen wir nun bald dabei zusehen, wie Amerikas skrupelloseste Familiendynastie in ihrem Wahn die Demokratische Partei vollends zerstört noch bevor Obama überhaupt eine Chance bekommt. Auch mich als jemanden, der sich immer noch den Republikanern weit eher verbunden fühlt, kann das nicht mehr freuen.
 
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