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Montag, 17. November 2008

Linke Literaturmesse: Kritik an RAF und Mullahs unerwünscht




Wie es um den Pluralismus auf der Deutschen Linken bestellt ist und wo deren Prioritäten liegen, zeigt der Ausschluß des linken Verlages Ca Ira von der "Linken Literaturmesse": Kritik am Mullah-Regime in Teheran ist nicht erwünscht.
Mit einem klaren Beschluß der Mehrheit aller Aussteller endete am Sonntag die 13. Linke Literaturmesse in Nürnberg: Der Verlag »Ça ira« wird künftig ausgeschlossen. Die anderen Verlage wollen es sich und ihrem Publikum nicht länger zumuten, daß auf dem Messestand von »Ça ira« die »antideutsche« Zeitschrift Bahamas ausliegt. Sie empfinden es auch als unverfroren, wie leichtfertig anderen Linken in Veranstaltungen und Publikationen dieses Verlages Antisemitismus vorgeworfen wird. Die Aussage, die RAF sei »der verlängerte Arm der SS« gewesen, sei nach einhelliger Meinung der Höhepunkt der Geschichtsklitterung gewesen. Im Vorfeld der Messe war »Ça ira« darüber hinaus unverhohlene Sympathie für einen Krieg gegen den Iran vorgeworfen worden.


(via Schikora: "Muß eine Linke Buchmesse Khomeini-konform sein?")

Samstag, 21. Juni 2008

Zuhören, Hagen Rether!

Gideon Böss:

Islamophobie gibt es nicht. Es gibt Rassismus und Fremdenfeindlichkeit und
das ist schlimm genug, aber ich bin (und beim Thema Islam darf man das ja als
Argument bringen) in meinen Gefühlen als Bürger einer liberalen Demokratie
beleidigt, wenn behauptet wird, dass hier Millionen Menschen um ihre Grundrechte
gebracht werden, einfach weil sie Moslems sind.

Sonntag, 27. April 2008

In bester Gesellschaft

Kay Sokolowsky hat in seiner Kulturkolumne in konkret 05/2008 Henryk M. Broder im Visier. Der ist häufig das Ziel von nicht weiter ernstzunehmenden Attacken, gerade von linker Seite. Wenn jedoch in einem Magazin, in dem die meisten Beiträge von Vernunft geprägt sind, eine Kritik an dem Achse-des-Guten-Autor erscheint, sollte man mal genauer hinschauen.

Richtig ist, daß Broder sich in auch mir unverständlicher Nähe zu von Sokolowsky sogenannten "durchfallbraunen" Bloggern und Kommentatoren gern aufhält. Da wäre allen voran der wirklich unsägliche Stefan Herre, ehemaliger Betreiber und inzwischen Mitautor des weblogs Politically Incorrect, das den Anspruch erhebt, proamerikanisch, proisraelisch und "gegen die Islamisierung Europas" zu sein. Mit einer an Universalismus und Aufklärung orientierten Islamkritik hat der Diplom-Sportlehrer Herre herzlich wenig zu tun; vielmehr ist sein Eintreten "gegen Islamisierung" aus ordinärem Fremdenhaß heraus motiviert. PI zählt zu den meistbesuchten Blogs Deutschlands. Ich vermute mal, daß sämtliche Rassisten mit Netzanschluß dort regelmäßig vorbeischauen. Sokolowsky hat daher recht, wenn er in seinem Fitnazis überschriebenen Beitrag schreibt:

Broder ist bis heute nicht auf die Idee gekommen, sich die Liebeserkläungen
Herres zu verbitten; im Gegenteil: Online kann ein Foto besichtigt werden, das
ihn, das Rumpelstilzchen mit der Lizenz zum Tröten, strahlend vor Freude neben
Herre und weiteren Jungreaktionären zeigt. Das sollte man schon mal
gesehen haben.

Dennoch ist Sokolowskys Kritik von Leichtsinn durchzogen. Denn nirgendwo behauptet Broder, wie Sokolowsky es unterstellt, daß Europa "in den Klauen der Muslimbrüderschaften" stecke und kurz vor der Unterwerfung unter die Sharia stehe. Seine Polemik "Hurra, wir kapitulieren" nimmt lediglich unseren oft ins Absurde geratenden Umgang mit den Ansprüchen mancher Anhänger des Islam aufs Korn . Daß, wie bereits in unzähligen Islamophobie (Sokolowsky benutzt den Begriff nicht) witternden Artikeln verblendeter Linker, auch noch Ralph Giordano angemahnt wird, sich zu überlgen, von wem er Beifall bekommt im Kampf gegen die Kölner Moschee, als hätte Giordano dafür nicht längst deutliche Worte gefunden, zeigt, wie entsetzlich altbacken und nachlässig der konkret-Autor doch immer wieder sein kann.



 
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